Hans Belting

Faces
Eine Geschichte des Gesichts

Das Buch erschien in der Übersetzung von Tadeusz Zatorski beim Verlag s³owo/obraz terytoria in Danzig im April 2015, 348 S.
(Originalausgabe: Verlag C. H. Beck, München 2013)


Wo immer der Mensch im Bild erscheint, steht das Gesicht im Mittelpunkt. Gleichzeitig hat das Gesicht in seiner Lebendigkeit noch allen Versuchen getrotzt, es auf Bilder festzulegen. Hans Belting erforscht diese Spannung in seiner brillanten Geschichte des Gesichts - der ersten, die je geschrieben wurde. Sie beginnt bei den ersten Masken der Steinzeit und endet mit den Gesichtern, die die modernen Massenmedien produzieren. In Theatermasken und der Mimik des Schauspielers, im europäischen Porträt und in der Fotografie, im Film und in der Gegenwartskunst entdeckt Belting die vielfältigen Versuche, sich des Gesichts zu bemächtigen, und deren permanentes Scheitern am Leben des Gesichts und des menschlichen Selbst. Dieses Leben drängt stets von Neuem ins Bild und bleibt am Ende doch immer resistent gegen alle Normen der Darstellung und Deutung. Selbst die Porträtkunst der europäischen Neuzeit hat zumeist nur Masken hervorgebracht. Und auch der Film, der das menschliche Gesicht in unvergleichlicher Intimität vorführte, scheiterte an seinem Anspruch, den Menschen zum ersten Mal wirklich ins Bild zu bringen. Hans Beltings Buch ist voll von funkelnden Einsichten, mit denen es unsere gängigen Vorstellungen durchbricht. Es ist eine faszinierende Erkundung der Bilder, die sich die Menschen im Laufe der Geschichte von sich selbst gemacht haben.


Hans Belting (geb. am 7. Juli 1935 in Andernach) ist deutscher Kunsthistoriker und Medientheoretiker mit Schwerpunkt im Bereich der Bildwissenschaft, in der Moderne und Medienkunst sowie in der italienischen Kunst des Mittelalters und der Renaissance. Er lehrte ab 1969 als ordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, 1980-1992 als Ordinarius an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1992 bis zu seiner Emeritierung 2002 war er Professor am Institut für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Von 2004-2007 war er Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK) in Wien. Er ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Akademien in Deutschland und in den USA, Mitglied des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste (1998) sowie des Kuratoriums des Museums für Moderne Kunst Stiftung Ludwig Wien (MUMOK). Seit 2013 ist er ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Hans Belting hat international richtungsweisende Impulse für eine grundlegende Revision von Selbstverständnis und Methoden der Kunstgeschichte gegeben. Er hat dabei die Öffnung der Kunstgeschichte zu einer interdisziplinären Bildwissenschaft eingeleitet und die Relevanz bildwissenschaftlicher Fragestellungen sowohl für die Kulturwissenschaften als auch jüngst für die naturwissenschaftliche Forschung verdeutlicht. Besonders der innovative Ansatz einer interdisziplinären Vernetzung kunst-, medien- und bildwissenschaftlicher Forschungen lässt ihn über die Fachgrenzen hinaus eine führende Rolle in der Forschung einnehmen. Zu seinen wichtigsten Publikationen, neben Faces, gehören: Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst (1990, polnisch von Tadeusz Zatorski, Obraz i kult. Historia obrazu przed epok± sztuki, 2010), Die Deutschen und ihre Kunst. Ein schwieriges Erbe (1992), Das Unsichtbare Meisterwerk. Die modernen Mythen der Kunst (1998), Bild-Anthropologie. Entwürfe für eine Bildwissenschaft (2001).

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