Catalin Dorian Florescu

Jacob beschließt zu lieben

Der Roman erschien in der Übersetzung von Maria Przyby³owska im Verlag Pogranicze in Sejny im Januar 2016. 335 Seiten.
(Originalausgabe: Jacob beschließt zu lieben. C. H. Beck Verlag, München 2010)


Der Roman spielt im Zeitraum zwischen dem Ende der zwanziger und dem Anfang der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts in dem rumänischen Dorf Triebswetter, gegründet und besiedelt wohl von Lothringern, wohl auch von Schwaben, die im 18. Jahrhundert auf der Flucht vor Kriegen, vor dem Elend und Hunger das deutsch-französische Grenzland verlassen und, von Versprechungen der österreichisch-ungarischen Kaiserin Maria Theresia gelockt, in das rumänische Banat ausgewandert sind, um diese damals öde Peripherie der Monarchie zu besiedeln und zu zivilisieren. Der im Titel des Romans genannte Jacob ist später Nachkomme des Geschlechts der Obertins, die das Dorf beherrschen, und es ist sein Schicksal, das uns wie ein roter Faden durch dieses einmalige Buch führt: von seiner Geburt auf einem Misthaufen an, über seine Reifezeit im dauernden Konflikt mit seinem Vater, einem in die Familie der Obertins eingeheirateten unternehmerischen Vagabund, über seine dramatische Deportation während des Zweiten Weltkriegs und die Rückkehr in das inzwischen kommunistische Rumänien. In diesem ausnehmend farbigen, ungewöhnlich lebendigen Familienepos, voller dramatischer Ereignisse und überraschender Wendungen in der Handlung, die in den überlieferten Erzählungen auch in das düstere, an nicht selten grausamen Vorfällen nicht selten reiche achtzehnte Jahrhundert und in noch spätere Vergangenheit zurückreicht, taucht eine lange Reihe sehr lebendig porträtierter Figuren auf, und sie sind es, denen der Verfasser die meiste Aufmerksamkeit schenkt, indem er versucht, ihre Motive offenzulegen und ihre Beweggründe zu verstehen.


Catalin Dorian Florescu, geb. 1967 in Timisoara in Rumänien, flüchtete 1982 zusammen mit seinen Eltern in die Schweiz. In Zürich, wo er 1995 sein Studium der Psychologie und Psychopathologie an der dortigen Universität abgeschlossen hatte, lebt er heute als freier Schriftsteller, Psychologe und Psychotherapeut. Seither hatte er die Romane Wunderzeit (2001), Der kurze Weg nach Hause (2002), Der blinde Masseur (2006), Zaira (2008) veröffentlicht, für die er zahlreiche Preise erhalten hat - u. a. den Chamisso-Förderpreis und den Anna Seghers-Preis. Seine Bücher wurden in viele europäische Sprachen übersetzt. Für seinen Roman Jacob beschließt zu lieben (2011) erhielt er den Schweizer Buchpreis, die wichtigste Schweizer Auszeichnung für einen Schriftsteller. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Josef von Eichendorff-Literaturpreis für sein Gesamtwerk geehrt. Der Roman Jacob beschließt zu lieben ist sein erstes Buch, das ins Polnische übersetzt wurde.

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