Dieter Forte

Das Muster

Der Roman erschien in der Übersetzung von Maria Przyby³owska und Eliza Borg im Mai 2006 im Verlag "Ksi±¿nica" in Kattowitz, 256 S.
(Originalausgabe: S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1992)


Das Muster ist der erste Roman einer Trilogie, die die Geschichte der italienisch-französischen Seidenweber Fontana und der polnischen Bergarbeiterfamilie Lukacz erzählt. Die Familien finden sich nach einer Jahrhunderte dauernden Wanderschaft quer durch Europa im Rheinland zusammen. Der Roman ist der Beginn eines gewaltigen Familienepos, das im Mittelalter beginnt, mit Kaiser Friedrich II. und dem Seidenmuster auf dem Krönungsmantel, und das in den Trümmern des vergangenen Jahrhunderts endet.
Die Familie der Seidenweber Fontana stammt aus Italien. Geschätzt wegen ihrer wertvollen Arbeit, aber auch verfolgt wegen ihrer Freiheitsliebe, wandern sie von Lucca über Florenz und Lyon bis ins Rheinland. Sie lassen sich in Düsseldorf nieder. Dort treffen sie auf die polnische Bergarbeiterfamilie Lukacz, die im industriell aufblühenden Ruhrgebiet ein besseres Leben zu finden hofft. Am Ende des Romans Das Muster, im Jahr 1933, verbündet eine Hochzeit die beiden Familien.
Weil just im Augenblick, als der Fotograf das Hochzeitsfoto machen wollte, die Nachricht vom Selbstmord eines jüdischen Bekannten eintrifft, zeigt das Bild eine Gruppe von Menschen, "die mit schreckerfüllten Augen auf ein unsichtbares Bild hinter dem Fotografen starrten, als hätten alle in dem Moment die Zukunft gesehen".

Die folgenden Romane, Tagundnachtgleiche und In der Erinnerung, erzählen die Familiengeschichte - nun stark autobiographisch geprägt - der dreissiger Jahre, des Zweiten Weltkrieges und schliesslich die Ruinenlandschaft der Nachkriegszeit. Dies alles wird - wie ein Kritiker festhielt - "stets illusionslos und zugleich mit inbrünstiger Menschenliebe erzählt".


Foto: Brigita Krause

Dieter Forte wurde 1935 in Düsseldorf geboren und lebt in Basel und Davos. 1971 ging er als Hausautor an das Basler Theater, wo er mit Werner Düggelin und Hermann Beil zusammenarbeitete. Bekannt wurde er zunächst als Dramatiker. Er debütierte 1970 mit dem in Basel uraufgeführten Stück Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung, das zu einem Welterfolg wurde. Das Stück war Auftakt einer Trilogie, die fortgeführt wurde mit Jean Henry Dunant oder Die Einführung der Zivilisation (1978) und mit Das Labyrinth der Träume oder Wie man den Kopf vom Körper trennt (1983).
Ende der 80er Jahre zog sich Forte nach Davos zurück und begann mit der Arbeit an seiner Romantrilogie. Zu seinem Werk gehören auch zahlreiche Hör-und Fernsehspiele. 2004 erschien sein Roman Auf der anderen Seite der Welt. Forte ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden. So erhielt er den Basler Literaturpreis (1992), den Bremer Literaturpreis (1999), die Ehrengabe der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft (2003), den Hans-Erich-Nossack-Preis (2004) und den Niederrheinischen Literaturpreis (2005).

Rezensionen:

1.

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