Thomas Glavinic

Die Arbeit der Nacht

Der Roman erschien in der Übersetzung von Alicja und Jacek St. Buras beim Verlag Pañstwowy Instytut Wydawniczy in Warschau im Oktober 2008, 311 S.
(Originalausgabe: Carl Hanser Verlag, München Wien 2006)


Wie soll man in einer Welt leben, aus der über die Nacht alles Leben verschwunden ist? Wie soll man weiter existieren in einer Welt, in der man als das einzig Lebendige zurückbleibt?
Ein vierunddreißigjähriger Wiener vermißt eines Morgens vor seiner Wohnungstür die täglich gelieferte Zeitung, aus dem Radio tönt nur Rauschen, der Fernsehschirm bleibt leer, das Internet funktioniert nicht, seine Freundin läßt seine SMS-Briefe unbeantwortet, der Vater hebt den Hörer nicht auf. Auf der Straße, um diese Tageszeit sonst voller Lärm, herrscht gänzliche Stille: keine Spur von Fahrzeugen, und auch von Menschen. Man hört nicht einmal die Vögel...
Jonas bringt den Tag damit zu, nach irgendwelchen Spuren des Lebens, und sei es den kleinsten, Ausschau zu halten. Ohne Erfolg. Die Stadt ist wie ausgestorben. Leer. Erstarrt.
Was hat in der vergangenen Nacht passieren können? Was für eine rätselhafte Kraft hat bewirkt, daß die Menschen plötzlich spurlos verschwunden sind? Und wo sind sie hingekommen? Und warum hat er als einziger die Katastrophe überlebt?
Ja, nach und nach stellt sich bei Jonas der Verdacht ein, er sei möglicherweise überhaupt der einzige Mensch, der auf der Erde noch geblieben ist. Denn alle Verbindungen zur Außenwelt sind tot, als gäbe es nirgends mehr - nirgends - einen, der eine Nachricht hätte senden oder empfangen können. Aber ist das überhaupt möglich? Und ist ein Mensch imstande, sich mit so einer Möglichkeit abzufinden?
Wie soll man leben in einer Welt der absoluten und endgültigen Einsamkeit?

Thomas Glavinic (geb. 1972 in Graz), österreichischer Prosaautor, war, bevor er sich der Literatur gewidmet hatte, Taxifahrer und Werbetexter gewesen. Er debütierte 1998 mit dem "Schachroman" Carl Haffners Liebe zum Unentschieden - dabei gehörte er selber als Teenager zu den besten österreichischen Schachspielern in seiner Altersgruppe. In dem Roman Susi (2000) rechnet er mit dem Fußballgeschäft ab, in dem Kriminalroman Der Kameramörder (2001), für den er mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde, übt er scharfe Kritik an der Skrupellosigkeit der Medien. Von Rezensenten wie Lesern einhellig gelobt wurde sein satirischer Roman Wie man leben soll (2004). Der Roman Die Arbeit der Nacht wurde zum Deutschen Buchpreis 2006 nominiert, den er aber nicht bekam. Der enttäuschte Autor "rächte" sich ein Jahr später an den Literaturkritikern und Juroren, indem er deren Welt auf witzige, aber auch boshafte Art und Weise in dem Roman Das bin doch ich porträtierte. Thomas Glavinic ist auch Verfasser von Erzählungen, Hörspielen und Reportagen.

Rezensionen:

1.

2.
Magdalena Galiczek, Die Arbeit der Nacht, www.granice.pl, Dezember 2008
3.
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