Georg Klein

Barbar Rosa. Eine Detektivgeschichte

Der Roman erschien in der Übersetzung von Krzysztof Jachimczak im Warschauer Verlag Sic! im Oktober 2006, 160 S.
(Originalausgabe: Rowohlt Verlag Reinbek, Erstveröffentlichung: Alexander Fest Verlag, Berlin 2001)


Die Geschichte, die im Roman Barbar Rosa erzählt wird, wird im Untertitel als "Detektivgeschichte" bezeichnet. Tatsächlich: gleich zu Beginn erhält Detektiv Mühler einen Anruf von Hannsi, seinem Jugendfreund und heute Mitglied einer geheimnisvollen Firma. Ein Geldtransporter ist verschwunden, Mühler muss aufklären.

Mühler ist ein seltsamer Detektiv. Er ist keine Heldenfigur, er kann nicht Auto fahren, er ist Allergiker und ein langzeittherapierter Suchtkrüppel. Und meistens fehlt ihm Geld. Mühler klärt auf, aber er stösst auf immer neue Ungewissheiten. Am Ende seiner Ermittlungen steht eine absurde Inszenierung um Geld, Maschinen und Tod, eine Kunstauktion, an der Mühler als unsichtbarer Komparse teilnimmt.

Georg Klein bedient sich meisterhaft aus dem Fundus der Genreliteratur und entfaltet subtil unheimliche Vorgänge. Er spielt mit Versatzstücken des Krimis und fügt einen faszinierenden Text zusammen. Die Sprache, so wurde in einer Rezension des Romans angemerkt, verwebe alles "zu einem psychedelischen Muster, das sich ständig verschiebt, ausbeult, zusammenzieht und wieder ausdehnt". Unentschieden zwischen Wirklichkeit und Schein, zwischen Düsternis und Aufklärung, oszilliert der Roman in wechselnden Lichtspielen. Die Selbstauskunft von Mühler verrät die phantastisch irritierenden Grenzgänge dieser Sprache: "Die Demut, die es braucht, um unserer Ohnmacht und der Üppigkeit der Welt gerecht zu werden, versuche ich im Laufe jeden Auftrags durch eine höhere Blödigkeit des Vorwärtsstolperns zu erringen."


Foto: Jürgen Bauer

Georg Klein, geboren 1953 in Augsburg, lebt in Berlin und Ostfriesland. Er studierte Germanistik, Geschichte und Soziologie in Berlin. Seit 1984 durch zahlreiche Erzählungen, u. a. die Bände Anrufung des Blinden Fisches (1999) und Von den Deutschen (2002), bekannt. Der literarische Durchbruch gelang ihm 1998 mit dem Agentenroman Libidissi. 1999 wurde ihm der Brüder-Grimm-Preis verliehen und im Jahr 2000 der Ingeborg-Bachmann-Preis. 2004 erschien sein Roman Die Sonne scheint uns. Barbar Rosa wurde von der Kritik als Kleins bisher bester Roman bezeichnet.

Rezensionen:

1.

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