Sönke Neitzel und Harald Welzer

Soldaten
Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben

Das Buch erschien in der Übersetzung von Viktor Grotowicz im Warschauer Verlag
Wydawnictwo Krytyki Politycznej im Dezember 2014.  510 Seiten.

(Originalausgabe: S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011)


Das Buch zeichnet ein Bild der Mentalität der Soldaten der Wehrmacht aufgrund der Analyse von Abhörprotokollen der Gespräche deutscher Kriegsgefangenen in englischen und amerikanischen Lagern in den Jahren 1940-1945. Deutsche Kriegsgefangene aller Waffengattungen und Ränge wurden in britischer und amerikanischer Gefangenschaft heimlich abgehört. Sie sprachen über militärische Geheimnisse wie Waffentechnik oder taktische und operative Details, aber auch - und das macht die Quelle so außergewöhnlich - über ihre Sicht auf die Gegner, auf den Krieg, auf die nationalsozialistische Politik, auf die SS und auch auf die Vernichtung der europäischen Juden. Auf der Grundlage von 150 000 Seiten Protokolle dieser Gespräche, die erst vor wenigen Jahren in den englischen und amerikanischen Archiven entdeckt wurden, zeichnen die Autoren ein Bild vom Krieg, vom Kämpfen und von der Vernichtung, das das Wissen um die Mentalität der Wehrmachtsoldaten auf eine völlig neue Grundlage stellt. In Deutschland hielt sich das Buch lange Zeit auf der Bestseller-Liste.


Foto: Petra A. Killick

Sönke Neitzel, geb. 1968, ist Professor für die Neuere und Neueste Geschichte an den Universitäten in Mainz und Saarbrücken, er war Gastdozent an den Universitäten in Glasgow, Karlsruhe und Bern. 2010 war er Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. 2012 übernahm er den Lehrstuhl für Weltgeschichte an der London School of Economics. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge, insbesondere im Bereich der Militärgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er durch sein Buch Abgehört: Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942-1945 (2005, poln. 2009).


Foto: Siegrun Appelt

Harald Welzer wurde 1958 geboren. Der Sozialpsychologe ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an den Universitäten Witten/Herdecke und St. Gallen. Er ist mit wichtigen Veröffentlichungen zur Erinnerungskultur, insbesondere mit dem Buch Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis (2002), bekannt geworden. Sein 2005 erschienenes Buch Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden (poln. Übersetzung: Magdalena Kurkowska, Wydawnictwo Naukowe Scholar, Warszawa 2010, Reihe SCHRITTE/KROKI) gehört wohl zu den wichtigsten und überzeugendsten Untersuchungen zum Verhalten jener, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland massenhaft Juden töteten. Sein Buch Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird (2008, poln. Übersetzung: Micha³ Sutowski, Wydawnictwo Krytyki Politycznej, Warszawa 2010) beschreibt die Linien der Gewalt im 21. Jahrhundert: Konflikte um Ressourcen, Kriege gegen eigene Bevölkerungen, Wellen von Klimaflüchtlingen und Terrorismus. Welzer macht klar, dass der Klimawandel die Gesellschaften vor ganz neue Fragen von Sicherheit, Verantwortung und Gerechtigkeit stellt. Gemeinsam mit Claus Leggewie veröffentlichte er Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie (2005, poln. Übersetzung: Piotr Buras, Wydawnictwo Krytyki Politycznej, Warszawa 2012, Reihe SCHRITTE/KROKI). Die Autoren besprechen darin solche beunruhigenden Symptome wie der Klimawandel, die schwindenden Energieressourcen, die Umweltverschmutzung, Hungerkatastrophen, die schnell wachsende Weltbevölkerung, Finanzkrisen und beurteilen in ihrem Licht die Perspektiven eines Weiterbestehens der Welt in der bisherigen Form. Ihr generelles Fazit ist im Titel des Buches formuliert. Die Bücher von Harald Welzer sind in 15 Sprachen übersetzt.

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