Christoph Ransmayr

Atlas eines ängstlichen Mannes

Das Buch erschien in der Übersetzung von Jacek St. Buras im Verlag Biuro Literackie in Breslau im Mai 2016, 334 S.
(Originalausgabe: S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012)

Es ist eine Sammlung von siebzig kurzen, meistens weniger als zehn, selten mehr Seiten zählenden Reportagen aus allen Winkeln der Erde, von winzigen Inseln im Pazifik und aus europäischen Metropolen, aus den eisigen Wüsten der Arktis und den Tiefen des brasilianischen Dschungels, aus entlegenen tibetanischen Dörfern und der deutschen Hauptstadt. Überall, selbst an den entferntesten Stellen des Erdballs trifft Christoph Ransmayr interessante, häufig ungewöhnliche Menschen, meistens anonyme Bewohner unseres Planeten, die er mit seiner hochsensiblen Feder in den jedes Mal anderen, immer außerordentlich anschaulich geschilderten Realitäten ihrer Existenz festhält. Diese durch ihre eigentümliche Schönheit bestechenden Bilder, die wohlgemerkt alle vom Autor aufgrund persönlicher Beobachtung gezeichnet wurden, ergeben ein ganz besonders glaubwürdiges, vielfarbiges Porträt der Menschheit, entstanden wohl als Ausdruck der Erkenntnis des unaufhörlichen Vergehens ihrer selbst und ihrer Welt. Erst nachdem man dieses ungewöhnliche Buch gelesen hat, versteht man den tieferen Sinn der "Ängstlichkeit eines Mannes", der aufgebrochen ist, um dem Fremden zu begegnen. Der Autor gibt in ihm Antwort auf eine der wohl wichtigsten Fragen unserer Zeit.


Foto: Magdalena Weyrer

Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wels/Oberösterreich geboren. Er studierte Philosophie und Ethnologie. Seit Anfang der neunziger Jahre unternahm er zahllose Reisen in der ganzen Welt (er nennt sich selbst einen "Halbnomaden"), die er in mehreren Büchern beschrieben hat, wie Der Weg nach Surabaya (1997) oder Die Verbeugung des Riesen (2003). Seine Romane Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1984), Die letzte Welt (1988, poln. Ostatni ¶wiat, übersetzt von Jacek St. Buras, Verlag Sic! 1998), Morbus Kitahara (1995, poln. Morbus Kitahara, übersetzt von S³awa Lisiecka, Verlag PIW 2003), Der fliegende Berg (2006, poln. Lataj±ca góra, übersetzt von Jacek St. Buras, Verlag PIW 2007) wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Für seine Bücher erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, u. a. den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1992), den Franz-Kafka-Preis (1995), den Europäischen Literaturpreis "Prix Aristeion" (1996, für den Roman Morbus Kitahara), den Premio Letterario Internazionale Mondello (1997), den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (1998), den Bert-Brecht-Preis (2004), den Heinrich-Böll-Preis (2007). Für den Atlas eines ängstlichen Mannes (2012) wurde er zwei Jahre später mit dem Theodor-Fontane-Preis und 2015 mit zwei wichtigen französischen Literaturpreisen, dem Prix Jean Monnet de Littérature Européenne und dem Prix du Meilleur livre étranger, geehrt.

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