Markus Werner

Am Hang

Übersetzt von Ryszard Turczyn
Verlag Polski Instytut Wydawniczy, Warszawa 2005, 159 S.
(Originalausgabe: S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2004.)


Der junge Scheidungsanwalt Clarin freut sich auf ein ungestörtes Pfingstwochenende in seinem Tessiner Ferienhaus, wo er einen Aufsatz für eine Fachzeitschrift schreiben möchte. Am ersten Abend lernt er auf der Terrasse des Hotels Bellavista einen älteren Mann namens Loos kennen, einen scheinbar Verwirrten, einen Verrückten vielleicht. Sie reden und debattieren bis tief in die Nacht, und allmählich erzählen sie sich auch ihre Geschichten und Liebesgeschichten.
Was als stockendes Gespräch zwischen Zufallsbekanntschaften begonnen hat, entwickelt eine fiebrige, beklemmende Dynamik, der sich weder Clarin noch der Leser entziehen kann. Es sind zweifelhafte Umstände, unter denen Loos seine geliebte, fast vergötterte Frau verloren hat, und dieser Verlust scheint ihm die Welt schwer und verhasst zu machen. Clarin hingegen lebt leicht und gern. - Ferner könnten zwei Menschen einander nicht sein. Wie nah sie sich sind, stellt sich erst spät heraus.


Foto: Jürgen Bauer

Markus Werner wurde 1944 in Eschlikon (Schweiz) geboren. Er studierte an der Universität Zürich Germanistik, Philosophie und Psychologie und promovierte 1974 mit einer Arbeit über Max Frisch. Bis 1990 unterrichtete er an einem Gymnasium; seit 1990 ist er freier Autor.
Die Romanhelden von Markus Werner, der mit Zündels Abgang 1984 debütierte, haben ihrem Beruf den Rücken gekehrt. Aus ihrem Blickwinkel beschreibt Werner lakonisch und mit Humor den Alltag. Dabei entsteht eine Fülle von streng kalkulierten Szenen und Episoden, in denen die Welt, auf die sich Werners Hauptdarsteller keinen Reim machen können, in überscharfen, bisweilen lachhaften Details zu Tage tritt. Zu seinen bekanntesten Romanen gehören Bis bald (1992), Festland (1996), Der ägyptische Heinrich (1999) und Am Hang (2004).
Markus Werner ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. So erhielt er u.a. den Förderpreis der Jürgen Ponto-Stiftung (1984), den Alemannischen Literaturpreis (1990), den Bodensee-Literaturpreis (1995), den Literaturpreis der Jury der SWF-Bestenliste (1995), den Hermann Hesse-Literaturpreis (1999), den Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg (2002) und den Schiller-Preis (2005).

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